POUR ist das Akronym der vier Grundprinzipien der WCAG: wahrnehmbar (Perceivable), bedienbar (Operable), verständlich (Understandable) und robust (Robust). Inhalte müssen mit den Sinnen wahrnehmbar, die Oberfläche mit jeder Eingabemethode bedienbar, Informationen verständlich und der Code zuverlässig mit assistiven Technologien nutzbar sein. Alle Richtlinien und Erfolgskriterien der WCAG sind unter diesen vier Prinzipien geordnet.
Jedes der vier Prinzipien beantwortet eine Frage. Wahrnehmbar: Kann der Nutzer den Inhalt mit mindestens einem Sinn aufnehmen (Alternativtext für Bilder, Untertitel für Videos, ausreichender Farbkontrast)? Bedienbar: Lässt sich die Oberfläche nicht nur mit der Maus, sondern auch mit Tastatur und anderen Eingabemethoden nutzen, und bleibt dem Nutzer genug Zeit? Verständlich: Sind Texte lesbar, Seiten vorhersehbar, Formulare so gestaltet, dass sie Fehler vermeiden helfen? Robust: Kann der Code von heutigen und künftigen Browsern und assistiven Technologien zuverlässig interpretiert werden?
POUR ist das Gerüst der WCAG: Der Standard definiert diese vier Prinzipien an oberster Stelle; unter jedem Prinzip stehen Richtlinien, unter jeder Richtlinie testbare Erfolgskriterien. Die Konformität einer Website wird an diesen Kriterien gemessen, nicht an den Prinzipien selbst. Dennoch dienen die Prinzipien im Alltag als Kompass: Wer beim Entwurf einer neuen Komponente fragt 'ist sie wahrnehmbar, bedienbar, verständlich, robust', fängt die meisten Probleme ab, bevor er die Kriterienliste öffnet. Auch bei Prüfungen ist POUR eine nützliche mentale Landkarte: Scan-Ergebnisse nach den vier Prinzipien zu gruppieren zeigt, wo sich Probleme häufen und wo man beginnen sollte.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die POUR-Prinzipien?
POUR steht für die vier Grundprinzipien der WCAG: wahrnehmbar (Inhalte müssen mindestens einem Sinn zugänglich sein, etwa per Alternativtext), bedienbar (die Oberfläche muss mit jeder Eingabemethode funktionieren, auch mit der Tastatur), verständlich (Texte und Abläufe müssen klar und vorhersehbar sein) und robust (der Code muss von assistiven Technologien zuverlässig interpretierbar sein). Jedes Erfolgskriterium der WCAG gehört zu einem dieser vier Prinzipien.
Reicht die Beachtung der POUR-Prinzipien für WCAG-Konformität aus?
Die Prinzipien geben die Richtung vor, aber die Konformität wird nicht an ihnen gemessen. WCAG-Konformität bestimmt sich danach, ob die testbaren Erfolgskriterien der angestrebten Stufe (A, AA oder AAA) erfüllt sind; die Prinzipien bilden das Dach über diesen Kriterien. Der richtige Weg: POUR als Kompass in Design und Entwicklung nutzen und die Konformität Kriterium für Kriterium mit automatischen Scans und manuellen Tests überprüfen.
Dieser Inhalt dient nur zur Information und stellt keine Rechtsberatung dar.