Glossar

Was ist CMP (Consent-Management-Plattform)?

Eine CMP (Consent-Management-Plattform) ist die Softwareschicht, die auf Websites Einwilligungen zu Cookies und Datenverarbeitung einholt, dokumentiert und an die angebundenen Systeme weitergibt. Kernfunktionen sind Banner-Anzeige, Auswahl pro Kategorie, Skript-Blockierung und Einwilligungsprotokolle. Im IAB TCF ist sie die offizielle einwilligungserhebende Rolle; Google verlangt für seine Werbeprodukte im EWR, im Vereinigten Königreich und in der Schweiz eine zertifizierte CMP.

Eine CMP ist die Schicht, die den gesamten Einwilligungsprozess steuert, mit vier Kernaufgaben: Sie zeigt das Banner mit den Auswahlmöglichkeiten, blockiert nicht notwendige Skripte bis zur Einwilligung, dokumentiert jede Entscheidung mit Zeitstempel und Auswahl und übermittelt den Einwilligungsstatus an die angebundenen Systeme, etwa Google-Consent-Mode-Signale oder Skripte auf der Website. Das sichtbare Banner ist nur die Oberfläche der CMP; der eigentliche Wert liegt in der dahinterliegenden Blockier-, Protokoll- und Signalinfrastruktur.

Im programmatischen Werbe-Ökosystem ist die CMP eine definierte Rolle: Im IAB-TCF-Rahmenwerk holt die CMP die Einwilligung ein, erzeugt den TC String und gibt ihn in die Werbekette weiter; Plattformen mit dieser Rolle müssen bei IAB Europe registriert sein. Die aktuelle Version des Rahmenwerks ist v2.3. Google verlangt zudem von Publishern, die Werbeprodukte wie AdSense und Ad Manager für Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum, im Vereinigten Königreich und in der Schweiz einsetzen, eine zertifizierte CMP; ohne gültiges Einwilligungssignal wird personalisierte Werbung eingeschränkt. Bei der Auswahl zählen Rechts- und Sprachabdeckung, echtes Skript-Blocking, exportierbare Protokolle, Consent-Mode- und TCF-Integration sowie die Auswirkung auf die Ladezeit. Wichtig bleibt: Eine CMP steuert und vereinfacht den Compliance-Prozess, die Richtigkeit von Cookie-Inventar und Texten hängt von Ihrer Konfiguration ab.

Häufig gestellte Fragen

Ist die Nutzung einer CMP verpflichtend?

Das Gesetz schreibt keine Software namens 'CMP' vor; vorgeschrieben sind eine wirksame Einwilligung, das Blockieren nicht notwendiger Cookies bis zur Einwilligung und deren Nachweisbarkeit. Da sich diese Pflichten von Hand kaum erfüllen lassen, ist die CMP das etablierte Werkzeug. Bei programmatischer Werbung gilt zusätzlich: Google verlangt per Richtlinie von Publishern mit Nutzern im EWR, im Vereinigten Königreich und in der Schweiz eine zertifizierte CMP.

Sind CMP und Cookie-Banner dasselbe?

Nein. Das Banner ist die sichtbare Oberfläche: Text, Buttons und Einstellungsdialog. Die CMP ist die Verwaltungsschicht dahinter: Sie blockiert Skripte bis zur Einwilligung, dokumentiert jede Entscheidung, übermittelt den Status an Systeme wie Google Consent Mode und erzeugt bei Bedarf den TC String für das TCF. Eine Lösung, die nur ein Banner zeigt, ohne im Hintergrund zu blockieren, holt dem Anschein nach eine Einwilligung ein, respektiert die Wahl aber nicht.

Dieser Inhalt dient nur zur Information und stellt keine Rechtsberatung dar.